Blue Flower

Nicht mehr blau: Feuerwehr Groitzsch löscht in neuer Schutzkleidung
Die Einsatzkräfte der sechs Groitzscher Ortsfeuerwehren haben neue Schutzkleidung erhalten. Das gewohnte Blau ist dabei abgelöst worden.
 
Ein verspätetes Weihnachtsgeschenk bekommen dieser Tage die aktiven Mitglieder aller sechs Groitzscher Feuerwehren. Einen Tag vor dem Fest traf im Gerätehaus der Schusterstadt, Altenburger Straße, die Lieferung der neuen, für jede Einsatzkraft maßgeschneiderten Schutzbekleidung ein. Dann lag sie zur Ausgabe bereit und ist auch von fünf Ortswehren schon abgeholt worden.
„Die Bekleidung ersetzt die alten Sachen aus dem Jahr 2005, die den heutigen Normen und Anforderungen nicht mehr entspricht“, erklärt Stadtwehrleiter Mike Köhler. „Dafür investierte die Stadt etwa 131 000 Euro, wobei der Freistaat und der Landkreis Leipzig insgesamt knapp 65 000 Euro beisteuerten.“
Nach einer europaweiten Ausschreibung hatte die Lützener Firma Genius Development & Sales, die eng mit dem tschechischen Hersteller Deva-FM zusammenarbeitet, im letzten Jahr den Zuschlag erhalten – es war das einzige Angebot gewesen. Künftig werden die Groitzscher Einsatzkräfte nicht mehr in dunkelblauer Schutzkleidung unterwegs sein, stattdessen präsentieren sich die Frauen und Männer jetzt in Sandfarben. Eine Arbeitsgruppe mit Teilnehmern von allen Einheiten hatte diesen Ton aus einer größeren Palette ausgewählt.
Die Vorteile liegen auf der Hand, so Köhler. So können beispielsweise festgesetzte Brandpartikel auf der Oberfläche der Einsatzkleidung früher erkannt und damit eine schnellere Reinigung in Auftrag gegeben werden. „Es geht da ja auch um Hygiene.“ Zudem ist die deutlich bessere Warnwirkung des hellen Oberstoffs im Straßenverkehr und an den Einsatzstellen ein wesentlicher Aspekt, die Unfallgefahr für die Kameraden zu minimieren. Dazu ziert ab sofort die Aufschrift „Feuerwehr Groitzsch“ den Rücken der 108 Einsatzkräfte, was die Zusammengehörigkeit aller sechs Wehren optisch zeigen soll.
Für die Leitungskräfte wie Gruppen-, Zugführer und Einsatzleiter sowie für die Atemschutzüberwachung wurden zusätzlich 29 Funktionswesten beschafft, um die Kennzeichnung der Akteure am Einsatzort zu verbessern. „Ein weiterer Glanzpunkt ist das integrierte Gurtsystem, welches zum Selbstretten und Rückhalten einen maßgeblichen Schutz bietet. Und ausreichend Multifunktionstaschen sind dabei. Passend dazu erhalten alle Einsatzkräfte neue Schutzhandschuhe“, freut sich Köhler über die Ausstattung.
Natürlich wurden die neuen Sachen von den Groitzscher Brandschützern gleich anprobiert und für den ersten Einsatz im Spint deponiert. Das Fazit fiel einhellig positiv aus, fasst der Stadtwehrleiter zusammen. Neben den ganzen Sicherheitsfunktionen bietet die Kleidung einen deutlich verbesserten Tragekomfort. „Wir als Feuerwehr sehen die Neuanschaffung erneut als Wertschätzung der Stadtverwaltung und des Stadtrates für unsere ehrenamtliche Arbeit zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Groitzsch sowie aller 29 Ortsteile“, lobt Köhler.
 
Artikel: Olaf Becher / Olaf Krenz
 
 
 
 
 
 
 

Am heutigen Tag begann die Maschinistenausbildung der Feuerwehren Regis-Breitingen und Groitzsch. In 35 Stunden werden denn Teilnehmern das Grundwissen des Maschinisten für Löschfahrzeuge vermittelt. Dies ist der erste Lehrgang des neu gegründeten Ausbildungsverbunds der beiden Feuerwehren.
Zukünftig werden weitere Ausbildungen und Workshops auf beiden Seiten der Feuerwehren durchgeführt.

Wir wünschen den Teilnehmern viel Spaß und gutes gelingen!

 

Bild: FF Regis-Breitingen


 

In Zeiten der Corona-Kriese möchten wir euch die Möglichkeit geben, für eure Kinder, ein paar Ausmalbilder auszudrucken.

 

 

  

 

  

 

Mit Mike Köhler haben die Kameradinnen und Kameraden der fünf Ortsteilwehren sowie der Schwerpunktfeuerwehr am Sonnabend ihren neuen Groitzscher Stadtwehrleiter gewählt. Der bisherige Stellvertreter übernimmt damit den Posten von Norbert Keil, der das Amt die letzten fünf Jahre innehatte und nun nicht mehr dafür kandidierte. Insgesamt 78 wahlberechtigte Floriansjünger gaben im Großstolpener Kulturhaus ihr Votum ab.

Allerdings war Köhler der einzige Kandidat für die Spitze der Gesamtwehr. Mit nur einer Stimmenenthaltung fiel die Wahl für den 34-Jährigen somit recht eindeutig aus. Um das Stellvertreteramt bewarben sich mit Michel Schuck und Renee Heilmann hingegen zwei Kameraden. In der geheimen Abstimmung konnte sich der 36-jährige Schuck, der bereits als Wehrleiter der Ortswehr Gatzen fungiert, mit 80,7 Prozent der Stimmen ebenfalls deutlich gegen den Großstolpener Ortswehrleiter durchsetzen. Die künftigen Hauptaufgaben des jungen Duos sieht Mike Köhler darin, die Mitgliederzahlen der Wehren stabil zu halten und möglichst auszubauen. Außerdem sollen die Jugendfeuerwehr als Grundlage und Quelle neuer Mitglieder weiter gefördert sowie alle Ortsteilwehren noch mehr zu einer richtigen Einheit zusammengeführt werden.

Die Stadtwehrleiterwahl war Teil der Gesamtjahreshauptversammlung, die turnusmäßig nach fünf Jahren wieder auf dem Plan stand. Darin blickte der scheidende Feuerwehrchef Norbert Keil auf die letzte Amtsperiode zurück. Diese hatte 2015 gleich mit einer unangenehmen Aufgabe, der Schließung der Ortsteilwehr Pödelwitz, begonnen. Wegen der Umsiedlung zahlreicher Einwohner, die der drohenden Abbaggerung aufgrund des Braunkohleabbaus zuvorkommen wollten, fehlten der Wehr einfach die Mitglieder.

Der 60-Jährige verwies auf die Investitionen der Stadt und die gute Technik. „Unsere Stadt hat jedes Jahr eine hohe fünfstellige Summe in die Wehren investiert“, lobte Keil. Derzeit besteht die Wehr aus 147 Frauen und Männern, wobei gut die Hälfte Einsatzkräfte sind: 79 Brandschützer inklusive 28 Atemschutzgeräteträgern. Diese hatten in den letzten fünf Jahren 398 Einsätze zu bewältigen. Dafür kamen rund 6000 Stunden zusammen. Weitere 20.000 Stunden wendeten die ehrenamtlichen Mitglieder für die Ausbildung und Dienste auf. Zum Abschluss wurden Kameraden befördert sowie für Mitgliedschaft geehrt. Dann hatte die Neuauflage des Feuerwehrballs seine Premiere.

Olaf Becher

Blaue Uniformen dominierten am Sonnabend, den 16. Februar das Gartenlokal „Zum Frosch“ in der Mühlstraße. Für die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Groitzsch stand wieder die Jahreshauptversammlung auf dem Plan, in der die Floriansjünger Bilanz über die zurückliegenden ereignis- und arbeitsreichen Monate zogen. Entsprechend umfänglich fiel der Rechenschaftsbericht von Wehrleiter Mario Zetzsche aus. „Seit Jahren fordern uns konstant hohe Einsatzzahlen, die an unsere Kameraden immer höhere Anforderungen auf geistiger, körperlicher und seelischer Seite stellen“, erklärte Zetzsche. 2018 wurden die Groitzscher Brandschützer insgesamt 87 Mal alarmiert. Vor allem Sturmtief Frederike schlug Mitte Januar allein mit 20 Szenarien zu Buche. Aufgeschlüsselt teilen sich die Einsätze in 13 Brände, 28 technische Hilfeleistungen, 18 ausgelöste Brandmeldeanlagen, 23 überörtliche Alarmierungen und 5 sonstige Anforderungen auf. Dafür waren die Kameraden 1121 Stunden unterwegs. Doch auch in die Ausbildung investierten die Einsatzkräfte wieder jede Menge Zeit. Neben den Schulungen auf Landes- und Kreisebene kommen die Brandschützer noch auf 925 Stunden Ausbildung vor Ort. Die Mitgliederzahl  der Groitzscher Wehr konnte relativ stabil gehalten werden. Sie besteht derzeit aus 75 Frauen und Männern. Davon zählt die Altersabteilung 13 Angehörige, die Jugendwehr 19 Floriansjünger und die Einsatzabteilung Dank zweier Neuzugänge nun 43 Kräfte, darunter 13 Atemschutzgeräteträger. „Dies ist zwar ein erfreulicher Trend, doch laut den Vorschriften müssten wir über rund 50 Kameraden verfügen“, so der Wehrleiter. Da jedoch die Wenigsten in der Schusterstadt arbeiten, bekommt die Zusammenarbeit mit den Ortsteil- und Nachbarwehren einen  immer wichtigeren Stellenwert. Große Hoffnungen setzt Zetzsche auch auf den Nachwuchs, von denen jetzt 3 Jugendliche in die Einsatzabteilung übernommen werden konnten. Die Mädchen und Jungen waren mit ihren drei Jugendwarten erneut mit Eifer bei der Sache. Eine 90-prozentige Beteiligung bei den theoretischen und praktischen Diensten sowie verschiedene Veranstaltungen wie Osterfeuer oder Zeltlager gehörten zu den vielen Aktivitäten. Bürgermeister Maik Kunze (CDU) ging in seinen Ausführungen ausführlich auf die Diskussionspunkte der Kameraden ein und dankte der Wehr für die geleistete ehrenamtliche Arbeit. Gleichzeitig stellte er weitere Investitionen in Aussicht. So sind in den nächsten 2 Jahren unter anderem die Anschaffung von einem neuen Mannschaftstransporter und einem Tanklöschfahrzeug geplant. Am Ende des offiziellen Teils der Versammlung gab es Auszeichnungen und Beförderungen. Zudem wurde Oswald Naumann auf eigenen Wunsch nach 30 Jahren als Leiter der Altersabteilung verabschiedet.

 

Artikel/Bilder: Olaf Becher